Buchcover

Ich nenne ihn mal Atze
(Ein Exposé) von Oded Netivi
Geteiltes Leid, halbes Leid … geteilte Freude, doppelte Freude.
Wirklich?
Leiden kann man nicht teilen. Was dennoch tröstlich ist, man kann das Leiden begleiten.
Und man kann versuchen, es zusammen zu tragen.
Kein Leiden ist so umfassend und betrifft so viele Menschen, wie der Verlust eines Familienmitglieds, eines Verwandten oder eines Freundes. Der Tod ist allenthalben und betrifft uns alle.
Jeder, der sich schon einmal in so einer Situation befunden hat, weiß, dass tröstliche Worte oft hohl und unwissend klingen. Zuweilen kommt Anteilnahme wie Pflichterfüllung daher.
Das Buch „Ich nenne ihn mal Atze“ von Peter Michel ist gleichwohl ein aufrechter Begleiter.
Grundehrlich und ergreifend, weil es keineswegs mit einer predigtähnlichen Ermunterungsrede daherkommt.
„Ich nenne ihn mal Atze“ ist eine akribische Erzählung, die ähnlich einem Tagebuch, einen gemeinsamen Weg beschreibt. Eine fünfjährige Reise, deren Beginn und Ende das Schicksal allein bestimmte.
In dieser Zeit begleitete die ganze Familie die Ehefrau des Autors und Mutter seiner Kinder auf ihrem letzten Weg.
„Ich nenne ihn mal Atze“ ist eine ganz persönliche Schilderung, die vorwiegend nüchtern erzählt und nie in zorniges Wehklagen verfällt.
Fünf Jahre übrigens, die keineswegs immer nur Belastung und Trauer bedeuteten.
Es gab auch so viele glückliche Phasen: schöne, gar freudige Momente und beglückende Erkenntnisse.
Diese freudige Augenblicke teilt der Autor mit seinen Lesern ebenfalls.
Denn geteilte Freude ist doppelte Freude.
O.N.

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